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Verein für Anti-Gewalt- und Soziales Training e.V.

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„Cool sein - cool bleiben": Seminar zum Thema Gewaltprävention für Jungen im GMZ

Mit dem Thema Gewalt haben sich acht Jungen in einem Seminar im Gemeinschaftszentrum Klarenthal auseinandergesetzt. Sie spielten dabei Alltagssituationen nach.

„Jeder Mensch hat in seinem Leben mit Gewalt zu tun: als Täter als Opfer oder beides", ist sich Wolfgang Schmidt, Erzieher im Gemeinschaftszentrum (GMZ) Klarenthal, sicher. Er und seine Kollegen wollten etwas auf dem Gebiet Gewaltprävention für Kinder anbieten. „Uns war schnell klar, dass wir da Fachleute brauchen", sagte Schmidt. So stieß er auf den Wiesbadener Verein VAuST, der unter anderem Gewaltpräventions-Trainings anbietet.

An vier Nachmittagen hat sich die Jungengruppe gemeinsam mit Michel Hondrich von VAuSt mit dem Thema auseinandergesetzt. „Cool sein - cool bleiben" heißt das Seminar, das Hondrich erstmals in der Altersgruppe der Neun- bis Zwölfjährigen anbot. „Am Anfang ging es darum, Begriffe zu klären", so der Sozialpädagoge. Was bedeuten Respekt, Wut oder Gewalt für die Kinder? Auf einem aufgemalten Barometer konnten sie eintragen, wie schlimm sie Gewaltsituationen empfinden oder für wie stark sie ein Schimpfwort halten.

Die acht Jungen erzählten, wann sie im Alltag selbst aggressiv werden. In Rollenspielen konnten sie sich dann überlegen, wie man es anders machen kann. „Es geht um Täterverhalten, Opferverhalten und wie Unbeteiligte vermittelnd eingreifen können", so Hondrich, „Die Kinder haben gut mit gemacht." Das sei bei Jugendlichen nicht selbstverständlich. Deshalb gehe er individuell auf jede Gruppe ein: „Manchmal muss man den Entertainer geben, manchmal nur den Moderator."

Schmidt und Hondrich machten den Neun- bis Zwölfjährigen auch klar, wohin selbst ausgeübte Gewalt im schlimmsten Fall führt - in die Straffälligkeit wegen Körperverletzung. „Der Kursus hat Denkanstöße gegeben, aber noch keine großen Veränderungen gebracht", blieb Hondrich realistisch. „Unser Ziel ist es, die Kinder langfristig fit zu machen gegen Gewalt", sagte Schmidt. Sie sollen wissen: „Ich kann toll sein ohne zu schlagen." Und: „Meine Wirkung ist größer, wenn ich cool bleibe."

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